Sehnsucht
C. Steinacker
Neidisch sind des Himmels Mächte,
Ohne Sieg bleibt unser Streit,
Und kein Glück wird uns gegeben,
Das uns ohne Thränen freut!
An dem schönsten Frühlingstage
Droht uns der Gewitter Sturm;
Um die zarte Rosenknospe
Krümmt sich nagend schon der Wurm.
Auf des muth'gen Jünglings Pfaden
Schleichet die Gefahr einher,
Naht sich Weisheit erst dem Greise,
Fasst er sie mit Kraft nicht mehr.
Wenn wir kaum das Schönste fanden,
Ist es weit von uns geeilt,
Alles reisst dahin die Stunde,
Nur die ew'ge Sehnsucht weilt.