Die Falschheit

G. Telemann

Aria

Lasst mich über Falschheit klagen,

die bis in die Seele kränkt.

Höflich Bücken, glatte Wort

spürt man an so manchem Orte,

wo die Lippe trüglich sagen,

was man heimlich anders denkt.

Recitative

Man sehe doch,

mit welcher Freundlichkeit dort Philidor

dem Stax den guten Abend beut:

Sie küssen, sie umarmen sich,

und ancher sollte schwören,

dass sie ein ander Ich,

ein einziges Herz

in zweien Leibern wären.

Geduld!

Wir werden sie bald besser kennen.

Schaut, wie sie sich so zärtlich trennen!

Schleicht beiden nach!

O weh, was hört man nicht!

Stax schreit den Philidor von Haus

zu Haus als einen Erzbetrüger aus,

da der von jenem spricht,

er sei der grösste böse Wicht.

Aria

Entweich von mir, verstellte Tücke!

Du sollst von mir verbannet sein!

Ich will mit treuem Herzen wandeln

und gegen jedem redlich handeln;

gereicht mir's gleich zum Ungelücke,

so bleibt doch mein Gewissen rein.