Hoffnung
G. Telemann
Aria
Hoffe nur, geplagtes Herze,
daß der Himmel nach dem Schmerze
dich auch einst erfreuen kann!
Weg mit ängstichen Gebärden!
Der Verhängnis lässt mich nicht
meiner Feinde Hohnlied werden,
und ich höre, dass es spricht:
Dir wird nächstens wohlgetan.
Recitative
Die Hoffnung stürzt mich noch,
sonst läg ich wirklich schon;
ihr angehnemer Ton
verstopft mein Ohr
vor jener bittern Melodie,
mit der die Grillen
bei der verdrüssliche Melancholie
so Kopf als Herze füllen.
Lass sein, mein Glücke wankt;
draus folgt nicht, dass es fällt;
die Hoffnung, die mich stets
mit starken Armen hält,
entreisst mich der Gefahr,
von der ich ohne sie
nicht zu befreien war.
Aria
Mein Glücke nimmt sich Zeit,
drum lass ich mir's gefallen;
es komme wenn es kommt,
so nehm ich's freudig an.
Kommt es nicht heute,
so kommt es doch morgen;
der Himmel wird mich doch versorgen;
er weiss schon, dass ich warten kann.