Er ist fort
Marschner, Heinrich
Er ist fort! Er ist fort,
wie vom Baume das Laub,
wie der Flaum, den der Nord
wegführet als Staub.
Er verließ die Geliebte,
eine Trän' aber trübte
wohl sein Aug', als er übte
den Treubruch an mir!
Ach, er ist mir geraubt,
und er zieht in den Streit
mit dem Helm auf dem Haupt
und dem Schwert an der Seit'.
Als sein Helmbusch keck nickte,
war es Reu', die ihn drückte?
Denn sein Aug', o, das blickte
zum Lebewohl nach mir.
Er ist fort! Er ist fort
in die Fern' über See!
Eh' er kehret von dort,
droht mir, ach, noch manch Weh'!
Wo sein Ross er mag lenken,
wo die Lanzen sich senken,
wird der Blicke er wohl denken
der Liebe von mir?
Er ist fort! Er ist fort
wie die Blätter vom Baum,
doch sein Herz ist verdorrt,
denkt er mein nicht im Traum!
Denn mir träumt von ihm immer,
und sein Schwert, und der Schimmer
seines Panzers wird nimmer
vergessen von mir!