Auf gold'nen Thron der König sass

K. Eckert

Auf gold'nem Thron der König

saß in dem hohen Saal,

getreu an seiner Seite

sein trautes Ehgemahl.

Zu Hof hat er entboten

der Kämpen tapf're Schar,

zur See bewährt und zu Lande

in Waffen- und Sturmesgefahr.

"Hört an, was mir verkündet

der Nornen heil'ger Mund,

denn also täten im Walde

die Schicksalsschwestern mir kund:

Bevor du die köstlichste Perle

nicht deiner Krone gewannst,

dem Glück, dem wandelbaren,

du nimmer vertrauen kannst."

Laut jubelten die Mannen,

es klangen Schwert und Schild:

"Wir schwören, wir kehren nicht wieder,

bis wir den Spruch erfüllt!"

Und vor den Anderen allen

trat zu dem goldenen Thron

heran der junge Sigurd,

des Königs tapf'rer Sohn.

"Lass mich," rief er, "mein Vater,

die Heldenfahrt besteh'n;

das Kleinod zu gewinnen,

es dünket mich so schön."

"Nimm hin," so rief der König,

"mein Sohn, nimm hin mein Schwert,

zieh aus zu Kampf und Siege,

sei deiner Väter wert!"