Es blüht auf Lindahaide
K. Eckert
Es blüht auf Lindahaide
Manch' Blümlein wunderschön,
Goldknöpfchen und Tausendschönchen
dort auf dem Felde steh'n.
Doch keine von allen Blumen
so frühlingsatmend glüht,
als Jungfräulein Huldhilda,
des Königs Töchterlein, blüht.
Tritt sie heran zu den Rosen
gleich stillem Morgenrot,
vor ihren Rosenwangen
sind alle bleich und tot.
Und aschenfarb' erscheinet
der Lilie Schneegewand,
berührt sie die holde Jungfrau
mit schwanenweißer Hand.
Und schöner noch und reiner,
als Ros' und Lilie blüht,
bewahrt sie tief im Herzen
ein kindlich frommes Gemüt.
Und wie sie gegen alle
sich lieb und freundlich zeigt,
so waren auch aller Herzen,
hoch und gering, ihr geneigt.
Und ruhte sie auf der Heide
im hellen Mondenschein,
es sangen und tanzten die Elfen
um sie den luftigen Reih'n.
Wie glücklich waren die Kleinen,
wenn sie Huldhilda sah'n,
wie selig, wenn sie der Perle
der Jungfrauen durften nah'n.