Der König von Lindahaide

K. Eckert

Der König auf Lindahaide

die Boten sendet aus,

er ladet die Gäste zum Feste

in das hohe fürstliche Haus.

"Den Sieger will ich belohnen,

mein Wort gab ich zum Pfand,

ihm geb' ich die köstlichste Perle,

ihm geb' ich Huldhildas Hand.

Das Jungfräulein errötet,

sie flieht hinaus in den Wald,

sucht unter den Elfen und Blumen

verschwiegenen Aufenthalt.

Wie's Heideröslein blühet,

so einsam und so still,

Huldhilda unter den Blumen

auch einsam blühen will.

Wer irrt dort in der Heide

durch Wiese, Wald und Moor?

Es ist der tapf're Sigurd,

der Weg und Steg verlor.

Da hört er holdester Stimme

alllieblichsten Gesang;

er steht, er lauscht, er staunet

und folgt dem süßen Klang.

Und wie er unter den Blumen

erblickt das Engelsbild,

er fühlt im innersten Herzen

sein Sehnen und Hoffen erfüllt.

Mit freundlich treuem Worte

wirbt er um ihr Vertrau'n,

da blickt sie schweigend nieder,

ihm Aug' in Auge zu schau'n.

Er sinkt zu ihren Füßen,

umstrahlt von ihrem Glanz;

sie windet dem Königssohne

ums Haupt den Siegeskranz.

"Auf ewig nun dein Eigen,"

ruft er, "auf ewig dein!

Mein Glück, ich hab' es gefunden,

nun ist die Perle mein!"