Es schwang der tapfere Sigard
K. Eckert
Es schwang der tapf're Sigurd
mit seinem Lieb sich aufs Ross
und führte die holdeste Jungfrau
zurück nach des Königs Schloss.
Da rufen sie all' ihm entgegen:
"Willkommen dir und Heil!
Dir ward die Krone des Sieges,
die schönste der Perlen zuteil."
Der Hochzeitsreigen ertönet
im hohen Königshaus,
das Schwert klingt bei dem Turniere,
die Becher klingen beim Schmaus.
Und als der Jubel zu Ende,
der Tag der Tränen kam;
von der Eltern Segen geleitet
Huldhilda Abschied nahm.
Die Segel heben die Flügel,
von günstigem Hauche geschwellt;
die Schiffer, die glücklichen, fahren
hinaus auf das schäumende Feld.
Die Wellen hüpfen und springen
wie Lämmer auf blumigem Klee;
die Liebenden lassen sich wiegen
behaglich auf wogender See.
Da zieht ein finst'res Gewitter
am Himmel drohend herauf;
das Schiff ergreifen die Stürme,
die Wellen stürzen darauf,
die Wellen stürzen darüber
und werfen es tief in den Grund,
dort liegt es zerschellt in Trümmern,
begraben im finsteren Schlund.
Sieh da! Wer schwimmt an das Ufer?
Das ist Sigurd, der tapferste Held;
sein holdes Lieb gerettet
in seinem Arm er hält.
Die alten Götter schweigen,
da naht die Retterin;
sie naht durch Sturm und durch Wogen,
die Himmelskönigin.