Sie geht in Schönheit
M. Seifriz
Sie geht in Schönheit, gleich der Nacht
In wolkenlosem Sternenlicht;
Des Schattens und des Lichtes Pracht
Eint sich in ihrem Angesicht:
Aus dem ein milder Schimmer lacht,
Den stets dem grellen Tag gebricht.
Ein Stral hinweg, ein Schatten mehr.
Und fort würd' auch die Anmuth sein,
Die aus dem Rabenlockenmeer
Die Stirn umglänzt mit sanftem Schein,
Wo die Gedanken süß und hehr
Verkünden, daß ihr Wohnsitz rein.
Und auf der Stirn, dem Wangenpaar,
Spricht von dem reinsten Jugendmuth
So sanft beredt, so ruhig klar
Des Lächelns Reiz, der Farben Glut,
Von einem Herzen wunderbar.
Wo Liebe voller Unschuld ruht.