Sah am schönen Meeresstrande

Ore

Sah am schönen Meeresstrande

drei der Fischer müßig steh'n;

seid'ne Netze, Silbersegel,

golden war das Boot zu seh'n.

Ach, ihr lieben guten Fischer,

seht ihr nicht mein Brüderlein?

„Sag' uns, liebes gutes Mädchen,

wie sah aus der Bruder dein?“

Schmucker Knab' mit roten Wangen,

gold'ne Locken unter'm Hut!

„Ach du liebes gutes Mädchen,

der im Meeresgrunde ruht!

Mit den Locken spielen Wellen,

Meersand reibt die Wangen wund!“

Ach ihr lieben guten Fischer,

fischet mir ihn aus dem Grund!

„Sag', du liebes gutes Mädchen,

wie viel gibst du für den Zug?“

Einem geb' ich weißes Hemde

und dem andern seidnes Tuch.

Doch dem Dritten als dem Jüngsten

will ich selbst mich geben hin,

will ihm sein, so lang ich lebe,

seiner Segel Wäscherin!

Schäumt auch weiß die Meereswoge,

weisser glänzt das Segel hell,

als die Fischer fröhlich singend

gleiten übers Wasser schnell.