Den Frühling kündet der Orkane Sausen
Schumann, Robert
Jüngling und Harfner:
Den Frühling kündet der Orkane Sausen,
Der Heere Vorschrift macht die Erde dröhnen,
Und wie die Ström' aus ihren Ufern brausen,
So wogt es weit von Deutschlands Heldensöhnen:
Der Sänger folgt durch alles wilde Grausen,
Läßt Sturm und Wogen gleich sein Lied ertönen.
Ob Donner rollen, ob Orkane wüthen,
Es wachsen frisch der jungen Freiheit Blüthen!
Wenn "Freiheit! Vaterland!" ringsum erschallet,
Kein Sang tönt schöner in der Männer Ohren;
Im Kampfe, wo solch heilig Banner wallet,
Hat sich der Mann das schönste Loos erkoren.
Dem Volke Heil, wo dieses Lied erschallet!
Dem Helden Preis, der diesem Volk geboren!
Bald blüht der Frühling, bald der gold'ne Friede,
Mit mildern Lüften und mit sanfterm Liede!
Chorus
Nicht schamrot weichen soll der Sängerorden,
Wenn Kriegerschaaren zieh'n im Glanze;
Noch ist sein Lied kein schnödes Spiel geworden,
schmückt mit dem Schwert ihn,
[ mit dem Lorbeerkranze!
König
(
für sich
[ Hier droht Verrath, hier droht Verrath!
Chorus
Es glänzen seine Lieder wie Blumen ringsum ihn,
[ Die Herrin hat Gefallen am jugendlichen Spiel.
Königin
[ Willst du auf's Neu' dich offenbaren,
[ du mein geliebtes Heimaththal?
[ Wie in den sel'gen Jugendjahren
[ erscheinst du heute noch einmal!
Chorus
Nicht schamrot weichen soll der Sängerorden,
Wenn Kriegerschaaren zieh'n im Waffenglanze;
etc.
So lasst uns dankbar krönen mit lichten Blumen ihn,
lasst ihm ein Lied ertönen, dem alle Herzen glühn!