Fangt an'

Schumann, Robert

König

Fangt an!

Jüngling

Lausche, Jungfrau, aus der Höhe

Einem Liede, dir geweiht,

Daß ein Traum dich lind' umwehe

Aus der Kindheit Rosenzeit.

Von dem kerzenhellen Saale,

Wo du throntest, blieb ich fern,

Wo um dich beim reichen Mahle

Freudig saßen edle Herrn;

Mit der Freude nur vertraut,

Hätten Frohes sie begehrt,

Nicht der Liebe Klagelaut,

Nicht der Kindheit Recht geehrt.

Jüngling und Königin

Ja, die Zeit ist hingeflogen,

Die Erinnrung weichet nie;

König

[ Was hör' ich! sie vergessen sich beide in dem Lied,

[ Der König zornentbrannt nach seinem Schwerte greift!

Jüngling und Königin

[ Als ein lichter Regenbogen

[ Steht auf trüben Wolken sie.

[ Wie ein lichter Regenbogen!

Königin

[ Schauen flieht mein süßer Schmerz,

[ Daß nicht die Erinnrung schwinde.

[ Sage das nur, ob dein Herz

[ Noch der Kindheit Lust empfinde?

Jüngling

[ Und es schwieg der Sohn der Lieder,

[ Der am Fuß des Turmes saß;

[ Und vom Fenster klang es nieder,

[ Und es glänzt' im dunklen Gras:

[ «Nimm den Ring und denke mein,

[ Denk an unsrer Kindheit Schöne!

[ Nimm ihn hin! ein Edelstein

[ Glänzt darauf und eine Träne!»

Königin

(sich vergessend)

In Liebesarmen ruht ihr trunken,

des Lebens Früchte winken euch;

ein Blick nur ist auf mich gesunken,

doch bin ich vor euch allen reich!

Das Glück der Erde miss' ich gern,

Und blick', ein Märtyrer, hinan,

Denn über mir in gold'ner Ferne

Hat sich der Himmel aufgethan!

König

(

wüthend

Mein Volk habt ihr verführt,

Verlockt ihr nun mein Weib?

Stirb, feiger Sklavensohn!

Königin

[ Ach! Weh!

Chorus

[ Weh! hin sank sein blut'ger Leib!