Schon steh'n die beiden Sänger
Schumann, Robert
Erzählerin (alto solo)
Schon stehn die beiden Sänger im hohen Säulensaal,
Und auf dem Throne sitzen der König und sein Gemahl;
Der König furchtbar prächtig wie blut'ger Nordlichtschein,
Die Königin süß und milde, als blickte Vollmond drein.
König
(
mit trotzigem Ausdruck
Wir haben euch beschieden aus der Provençe Thal,
Dass eure Kunst ihr probet vor meinem hohen Gemahl;
Der Sang ist nicht für Männer, sie hat nach euch begehrt;
Singt eure besten Lieder, dass ihr sie würdig ehrt!
Harfner
Ich sang in vor'gen Tagen der Lieder mancherlei,
von alten frommen Sagen, von Minne, Wein und Mai.
Nun hab' ich ausgesungen, ein jüng'rer stehet hier,
Singt unsres Volkes Lieder mit hell'rem Klange.
Königin
Tritt zu des Thrones Schwelle! Willkommen hier zu Land!
Lass tönen deine Harfe mit kunstgeübter Hand!
Ich will den Sängen lauschen, die ich so lang entbehrt,
Dass sie im Traum mich führen zu meiner Heimath Heerd.