An meine Ruhestätte
C. Bach
Sei mir gegrüßt, du Ziel von meinen Sorgen,
o kühles Grab, das einst mich deckt!
Hier will ich schlummern bis zum großen Morgen,
der mich zur Ewigkeit erweckt.
Dir nah ich mich auf immer schnellen Schwingen;
die flücht'ge Zeit bringt mich zu dir.
Bald wird der Arm des Todes mich umschlingen,
nie bin ich vor ihm sicher hier.
Bald ruh ich sanft in deinem braunen Schatten,
wo ich vor Not gesichert bin.
Dann streck ich sanft und müde meine matten
und ganz entnervten Glieder hin.
Ich seh um dich furchtbare Stille schweben,
und Grauen duftet um dich her.
Doch, meine Seele soll nicht vor dir beben,
du bist mir nun nicht schrecklich mehr.
Empfange nur, du finstre, öde Höhle,
dereinst mein schlummerndes Gebein!
Hoch über dir erhebt sich meine Seele,
umglänzt vom ew'gen Sonnenschein.
Nicht ewig wirst du meinen Staub behalten
in deinem Schoß, o schwarze Gruft!
Ich hör, umringt von himmlischen Gestalten,
der Allmacht Stimme, die mich ruft.
Verklärt werd ich aus dir mein Haupt erhöhen,
mit meinem frohen Geist vereint;
den Totenauferwecker werd ich sehen,
der mir zur Seligkeit erscheint.
In seiner Hand seh ich die Krone schimmern,
den hohen Preis der Seligen.
Geschmückt mit ihm werd ich dann deine Trümmern
tief unter meinen Füßen sehn.