Nonnelied
C. Bach
'S ist kein verdrießlicher Lebe,
als in das Klösterli gehe.
Man muss darinne verbliebe,
muss alle Schätzli miede.
O Liebe, was hab ich getan!
Dort kömmet mie Vater und Mutter,
im Klösterli finde sie mich;
habn alle hübsche Kleidli an;
weder ich muss in dem Küttli stahn.
O Liebe, was hab ich getan!
Wenn ich in die Kirche gehe,
sing ich die Vesper alleine;
wenn ich das Gloriabäteli sing,
liegt mir mie Schätzli nur im Sinn.
O Liebe, was hab ich getan!
Wenn ich dann zu Tischli gehe,
steht mir das Tischli alleine.
Ich esse das Fleisch und trinke den Wie
und denke, o Schätzli, wärst du dabie!
O Liebe, was hab ich getan!
Wenn ich denn auch schlafe gehe,
steht mir das Bettli alleine;
ich liege darin, dass Gott erbarm,
und denke dich, Schätzli, in mine Arm.
O Liebe, was hab ich getan!
In der Nacht, wenn ich erwach,
da greif ich hin und her.
Da mag ich greife, wo ich will,
wo ich greife, ist alles still.
O Liebe, was hab ich getan!