Der Winter
C. Schröter
Ha, blasser Winter, bist du da
in deinem Schneegewand?
Willkommen, traulich reiche mir
die kalte, dürre Hand!
Meinst du, ich würde, Wölfen gleich,
mit Heulen dich empfah'n?
Nein, nein! Ich liebe deine Pracht
auf rauher Silberbahn.
Zu Bergen türme sich empor
der Flocken Wolkenheer;
es starre rund um mich die Welt
in ihrem Panzer schwer.
Ich acht' es wenig, wohl bei Mut
lach' ich ob deiner Macht,
und bliese siebenfacher Nord
mich an in schwarzer Nacht.
Mir duftet Frühling mild und grün,
ich atme Sonnenglut,
und rege Geister tummeln sich
in meinem heißen Blut.
Denn wo sie wallt, ist Rosenmond,
und ew'ge Blüten blüh'n.
Was soll mir ferner Sonnenstrahl,
wo Fannys Augen glüh'n!