An den Mond

D. Türk

Meine Seele lebt nicht hier!

Sie ist hin gewandelt zu der Trauten,

Die nun ewig mein ist!

Sag, o Hauch des Abends mir,

(Du umwehtest sie mit deinen Schwingen)

Wo sie jetzo wandelt?

Stark liebt ihre Seel', und treu!

Weint ihr Aug jetzt, daß ihr Lieber fern ist?

Sag mirs, Hauch des Abends!

Sieh, da tritt der Mond hervor;

Bleich ist sein Gesicht, und melancholisch,

Wie getrennte Liebe.

Warlichsic, Mond, sie blickt dich an!

Denkt der Stunden heiliger Umarmung,

Und du weinst vor Mitleid!

Hell dich auf, und lach ihr zu!

Denn ich eil ihr, mit der Sonn', entgegen;

Lach, o Mond, ihr Trost zu!