Auf Kronhelms Abschied

D. Türk

Siegwart

Die bange Scheidestunde naht

Mit allen ihren Qualen;

Der Mond beleuchtet ihren Pfad

Mit blassen Todestralen.

Wo nehm' ich Muth, zu scheiden, her,

Daß nicht das Herz mir breche?

Schau du, o Gott, vom Himmel her,

Und blick auf meine Schwäche!

Leb wohl, du Theurer! Ach ich kann

Dir keinen Segen geben.

Geh! Leb als Christ, und duld' als Mann,

Und blick ins beßre Leben!

Vielleicht, daß dir nach langer Nacht

Noch hier ein Morgen glänzet;

Vielleicht, daß Liebe noch dir lacht,

Und dich mit Freuden kränzet.

Jetzt scheiden unter Seufzern wir,

Und treuen Herzenszähren;

Jetzt muß ich ohne Trost von dir,

Allein, zurücke kehren.

Doch kurze Zeit, so werd ich dich,

Geliebter neu umfangen;

O möchtest du getröstet mich

Und froher dann empfangen!