Nach Kronhelms zweiten Abschied

D. Türk

Gränzt die Freude denn hienieden

Immer nur an Traurigkeit?

Ist uns denn kein Glück beschieden,

Das sich ohne Thränen freut?

Kronhelm, ach, und du Erwählte,

Schmerz und Wonne schafft ihr mir!

Kaum daß Liebe nicht mehr quälte,

Quälet Freundschaft mich dafür.

Kaum daß Sie dem wunden Herzen

Endlich Linderung ertheilt,

Wird mit neuen bangen Schmerzen

Die zerrißne Brust zertheilt.

An die Eine Seite sinket

Das erflehte Mädchen hin;

Ach, und von der andern winket

Unerforschte Schickung Ihn!

Wandl', o Freund! nach tausend Thränen,

Dem erweinten Mädchen zu!

Erndte, nach so langem Sehnen,

Der erweichten Liebe Ruh!

Und Du, Mariane, eile,

Segen lächelnd, an mein Herz,

Und umarme mich, und heile

Der verlaßnen Freundschaft Schmerz!