Auf Kronhelms und Theresens Vermählung

D. Türk

Keimen sah ich Eure Liebe,

Wie den Weidenzweig am Quell;

Oft war Euch der Himmel trübe,

Oft schien Euch die Sonne hell.

Stürme beugten oft Euch nieder,

Drohten Untergang und Tod,

Aber Ihr erhobt Euch wieder

Im erhellten Abendroth. --

Ach wie gern, Ihr Lieben, freute

Meine Seele sich mit Euch!

Wenn nicht ein Geschick mir dräute,

Eurem, nun verfloßnen, gleich.

Drohende Gewitter drängen

Sich in schwarzer Nacht daher;

Dunkle Wetterwolken hängen

Ueber meine Scheitel her.

Mit der ängstlichbangen Zähre

Steigt ein Seufzer aus der Nacht:

Daß der Tag auf ewig währe,

Der Euch jetzt so heiter lacht! --

Blickt aus Eurem Sonnenscheine

Mir den hellen Trost herbey:

Daß mein Aug nicht ewig weine,

Und mich Lieb' auch einst erfreu!