Der Harfner
F. Oestreich
Sanft rührte der Harfner sein Saitenspiel,
das tönte mit lieblichem Klange.
Es sprach aus den Tönen der Sehnsucht Gefühl,
im Herzen ihm wurde so bange.
Still saß er am Hügel, die Sonne sank,
rings war es schon öde geworden,
und was aus der Seele ihm immer drang,
vertraut' er den lieben Akkorden.
Die führten die Lüfte ins weite Land,
doch sollten nicht einsam sie klagen;
es weilte nicht fern an des Hügels Rand,
die liebend er in sich getragen!
Sie lauschte den Tönen und webte d'rein
die Wort' in die lieblichen Klänge;
dem Harfenton mischte sie engelrein
der Liebe geweihte Gesänge.
Und wie sich das Wort mit den Klängen eint,
entschwinden dem Harfner die Schmerzen:
„Wo tröstend die Nähe der Liebe erscheint,
entschlummert die Sehnsucht im Herzen.“