Zigeunerin (Tschingane)
H. Schmid
Neige den Turban, ich will ihn berühren,
Fiebernde Wonnen, du sollst sie verspüren,
Brennende Qualen in Haupt und Gebeinen,
Stürmenden Wahnsinn und kindisches Weinen!
Glück dir verheiss' ich, du Trunkner, und lüge,
Lockend umgarn' ich dich, Blinder, und trüge,
Mir aus dem Schleier von Lumpen und Fetzen
Reiss' ich die Rose zum Dornen verletzen,
Pflücke vom Rain dir die Blume Verderben: --
-- Schlürfe das Gift und sei fertig zum Sterben!
Lachend verspott' ich die äugelnden Bitten,
Folgst meinen Tritten du, bin ich entglitten!
Wenn du, Verachtender, doch mich erjagest,
Meiner begehrst und dich stolz mir versagest,
Wenn du mir tändelnd Vernichter geworden,
Will ich dich lieben und küssend ermorden!