Herbstlied

C. Sinding

Sommer schleicht langsam sich von hier,

Tag für Tag er weiter von uns gleitet;

alles Gras wird welk und dürr,

Licht entschwindet, Dunkel sich breitet.

Kurz wird der Tag, die Nacht wird lang;

so ist des Jahres alter Gang.

Winter nun kommet hart und rauh;

glücklich wohl der, dem ein trautes Heim geworden;

Freude entflieht aus Flur und Au,

fort ziehen auch der Vöglein Horden;

jedoch das Nest, das ihr eigen war,

finden sie wieder nächstes Jahr.

Dennoch ist herrlich die freie Natur,

gar wenn uns lacht ein holder Strahl der Sonne.

Bald auch erstrahlt im Schnee die Flur,

kommt erst die Zeit der Weihnachts-Wonne.

Und nach des Winters Stürmen wild

kommt wohl der Frühling, licht und mild.