Meiner Heimat Namen soll ich sagen?

R. Maux

Meiner Heimat Namen soll ich sagen?

Irgendeinen andern mußt du fragen,

Dem des Sternenhimmels weite Räume

Wohlbekannt sind und das Land der Träume.

Meine Heimat liegt in goldnem Kreise,

Keines Wanderers noch Schiffers Reise

Mag die schönen, silberhellen, weichen

Küsten und Gestade je erreichen,

Keines Weisen Mund nennt ihren Namen;

Dennoch viele sind, die dorther kamen,

Viele, die in Heimwehnächten ferne

Sie erträumen im Bezirk der Sterne,

Die in Angst und Sehnen nach ihr rufen,

Die ihr Bild in dunkler Seele schufen

Und die Ahnung alles Besten, Großen

In dies Bild und alle Liebe schlossen.

Dieser Einer bin ich, und ich reise

Ohne Rast nach jenem goldenen Kreise.

Deiner Stimme Klang und deines Haares

Koseduft weckt mir ein wunderbares,

Liebes Angedenken jenes Landes,

Dessen namenloses, unbekanntes

Heimatglück ich Ahnender empfunden

Jenes Tages, da ich dich gefunden.

Und ich ahne: unsre regen Seelen,

Während auf den ruhigen Kanälen

Uns die Gondel führt auf Dämmerwegen,

Reisen meinem Vaterland entgegen,

Reden heimatlich vertraute Worte,

Pochen an des fernen Landes Pforte,

Sagen seinen fremden, selig süßen

Namen, während unsre Lippen küssen.