Dem Sang von ferne lauschend, schwingt
Schumann, Robert
Tenor-Solo
Dem Sang von ferne lauschend, schwingt
Die Peri höher sich empor;
Der reinsten Liebe Seufzer bringt
Sie als Geschenk vor Edens Tor.
Hoch kopft ihr Herz, die Hoffnung spricht's:
Bald soll sie Edens Palmen nahn,
Denn lächelnd nimmt der Geist des Lichts
Am Tore diese Gabe an.
Und horch, von Himmelsbäumen ruft
Kristallner Glöckchen Klang, sie lauscht
Dem Läuten in ambrosischer Luft,
Die her von Allahs Throne rauscht;
Sie sieht die Sternenschalen blinken,
Rings um den See des Lichts gereiht,
Wo die verklärten Seelen trinken
Den ersten Trank der Herrlichkeit.
Doch eitel war der Peri Hoffen,
Noch stand das ew'ge Tor nicht offen;
Es spricht der Engel, Schmerz im Blick:
Der Engel
Noch nicht!
Treu war die Maid, und die Geschichte,
Geschrieben überm Haupt des Herrn,
Liest lange noch der Seraph gern;
Doch, Peri, noch währt der Verschluß
Von Edens Tor:
Viel heil'ger muß die Gabe sein,
Die dich zum Tor des Lichts läßt ein!