Verlassener Jüngling, nur das eine
Schumann, Robert
Mezzosopran-Solo
Verlassener Jüngling, nur das eine
Bleibt, was ihm Trost noch gibt,
Daß sie, die er seit Jahren treu geliebt,
Geschützt ist vor dem Hauch der Gruft
In ihres Vaters Fürstenhallen;
Denn dorten kühlig fallen
Fontänen, süß durchraucht
Balsam'scher Duft die Hallen,
Und rein ist dorten noch die Luft,
Rein wie die Stirn, von ihr umhaucht.
Tenor-Solo
Doch sieh, wer naht dort leise schleichend
Dem melancholischen Gebüsch,
Der Göttin der Gesundheit gleichend,
Mit Rosenwangen frühlingsfrisch!
Sie ist's, vom Strahl des Mondes schaut
Er still verklärt sich nah'n die treue Braut.
Sie hält im Arm den Freund, sie preßt
Die rote Wang' an seine bleiche,
Sie netzt ihr wallend' Haar im Teiche,
Daß es die Stirn ihm kühlend näßt.
Der Jüngling
Du hier? Entflieh!
Ein Hauch von mir bringt dir den Tod!