Mondscheinträume
R. Andersson
Nun sinken die letzten Blätter
im kalten Herbstes Sturm.
Die Eulen schweben leise
rings um den alten Turm.
Der Mond hängt in den Lüften,
der wirft seinen weiβen Schein,
ein Leichentuch über Grüften,
auch über den nackten Hain.
Der steht als ein Bild der Trauer
hoch über der todten Natur.
Auf der Kirche alten Mauer
spielen zitternd die Strahlen nur.
Der sah wohl auf seiner Wandrung,
wie mancher Frühling vergeht,
wie manche Jungfrau betrogen,
darum er in Tränen steht.
Der sah so manches Schlachtfeld,
wo Tausende fanden ihr grab.
Darum er steiget im Osten,
wie auf ein blutiges Meer hinab.