Die Liebste
C. Banck
Ich hab' ein Lieb,
ist klar wie Tau,
der schläft im Kelch der Rosen!
Sein Brust so lieb,
sein' Augen blau,
sein' Lippen voller Kosen!
Sein Red' so süß wie Well' und Luft,
sein Atem wie Orangenduft.
Es ist mein Lieb, mein Licht in Nacht,
das mit mir schläft, das mit mir wacht!
Ich hab' ein Lieb,
du stille Nacht!
Dir darf ich's wohl verraten;
es ist ein Dieb,
der nächtlich wacht
und übt verbot'ne Taten!
Der kommt und schleicht, ich ahn' es kaum;
durchs Herz mir fleucht ein süßer Traum.
Es ist mein Lieb, mein Licht in Nacht,
das mit mir schläft, das mit mir wacht!