Rom
C. Banck
Deine Tempel, deine Hallen,
deine Götter sind gefallen;
deine Gottheit lebt.
In den ird'schen Leib gestiegen,
wandelt sie mit Menschenzügen,
menschlich Angesicht.
Eine Sehnsucht wird mir ewig bleiben!
Lasst mich wandern an den gelben Strom
nach dem ew'gen, nach dem einz'gen Rom!
Ströme Blutes sind geflossen,
finst're Nacht hast du gegossen
ach! aus deiner Hand:
Leuchten sah ich deine Straßen,
und ein Lichtstrom, kaum zu fassen,
kam in mein Gesicht.
Eine Sehnsucht wird mir ewig bleiben,
bis ich wand're an den gelben Strom
nach dem ew'gen, nach dem einz'gen Rom!
Morsch sind deine heil'gen Knochen,
deine Schwerter sind zerbrochen,
langsam rinnt dein Strom.
Friede ist's in deinen Bergen,
und es wächst aus deinen Särgen
still der Lorbeer auf.
Eine Sehnsucht wird mir ewig bleiben,
bis ich stehe an dem gelben Strom
in dem ew'gen, in dem einz'gen Rom!