Liebesglück

C. Banck

Am Silarus

mit Duft die Rosen spielen,

im Morgentau

die roten Lippen kühlen;

kein Duft so süß

aus Blum' und Strauch,

als ihrer Lippen Balsamhauch!

Im Frühlingsduft

die Erde grünt und Bäume,

so ist mein Herz

voll wunderbarer Träume!

Kein Frühling süß,

kein Traum so bunt,

ach, als mein Glück zu dieser Stund'!

Wie Zitherklang,

geweht durch stille Wellen,

in heller Nacht

Gesäusele der Quellen.

Doch ach, kein Ton

so süß, kein Sang,

als ihre Stimme mich durchdrang!

Mein ganzes Herz

hab' ich ihr hingegeben.

Nun tausch' ich selbst

mit Paris nicht mein Leben!

Nicht Himmelreich,

nicht Paradies

ist doch wie meine Liebe süß!

Wie wogend Meer,

geschmückt mit Glanz der Sonne,

wogt ihre Brust,

bewegt von Liebeswonne;

kein Meer so licht,

kein Schnee so weiß,

als ihre Brust von Liebe heiß!

O Seligkeit,

wie soll ich ganz dich fassen?

Mein trunk'nes Herz

möcht' alle Welt umfassen;

doch für die Lust,

geliebt zu sein,

ist Seel' und Welt und Gott zu klein!