Nachtlied
C. Banck
Wenn der Abend kühl
und die Eulen schrei'n,
kommt der Mond so still
mit dem Irrlichtschein;
wird so ernst der Hain,
und die Wälder stumm,
und am Rabenstein
geht der Sünder um.
Nur die Quelle schläft
nicht am kühlen Bord,
säuselt, flüstert, singt,
wandelt immer fort.
Wie des Irrlichts Flamm'
über Sümpfen schwebt
und der dürre Stamm
leuchtend sich erhebt:
Also hat mein Lieb
mich in Leid gebracht,
wie ein falscher Dieb
sich davongemacht!
Herz, wann willst du ruh'n?
Alles schläft und träumt!
Hast schon manche Nacht
manchen Schlaf versäumt!
Ist der Abend kühl
und die Eulen schrei'n,
kommt der Mond so still,
soll dich wiegen ein!