Es reit ein Herr und auch sein Knecht
Brahms, Johannes
Es reit ein Herr und auch sein Knecht
Wohl üb'r eine Heide, die war schlecht,
Ja schlecht!
Und alles was sie redeten da,
War all's von einer wunderschönen Frauen,
Ja Frauen!
'Ach Schildknecht, lieber Schildknecht mein,
Was redst von meiner Frauen?
Ja Frauen!
Und fürchtest nicht meinen braunen Schild,
Zu Stücken will ich dich hauen,
Vor meinen Augen.'
'Euern braunen Schild den fürcht ich klein,
Der lieb Gott wird mich wohl behüten,
Behüten!'
Da schlug der Knecht sein'n Herrn zu todt,
Das geschahe um Fräuleins=Güte,
Ja Güte!
'Nun will ich heim gehen landwärts ein
Zu einer wunderschönen Frauen,
Ja Frauen!
Ach, Fräulein, gebt mirs Boten=Brot,
Eu'r Herre der ist todt auf breiter Heide,
Ja Heide!'
'Und ist mein edler Herre todt,
Darum will ich nicht weinen,
Ja weinen!
Den schönsten Buhlen, den ich hab,
Der sitzt bei mir daheime,
Mutter alleine.'
'Nun sattel mir mein graues Ross!
Ich will von hinnen reiten,
Ja reiten!'
Und da sie auf die Heide kam,
Die Lilien täthen sich neigen
Auf breiter Heiden.
Auf band sie ihm sein blanken Helm
Und sah ihm unter sein' Augen,
Ja Augen.
'Nun muß es Christ geklaget sein,
Wie bist so sehr zerhauen,
Unter dein Augen.'
'Nun will ich in ein Kloster ziehn,
Will 'n lieben Gott für dich bitten,
Ja bitten!
Daß er dich ins Himmelreich will lahn,
Das g'scheh um meinetwillen,
Schweig stillen!'