Die Frau eines Brennen an ihren Mann
F. Rust
Ich, weibisch sein? Ich weinend dich
zurücke sehnen? Nein!
Sei brav! Jetzt lebst du nicht für mich,
fürs Vaterland allein.
Dem Vaterland gehörst du an -
o nähm' es auch mein Blut!
Sei brav; so lang' ich atmen kann,
wünsch' ich dir Heldenmut.
Zwar herzlich, herzlich lieb' ich dich;
o Gott, du weißt's wie sehr!
Doch Vaterland und Friederich -
o Gott, du weißt's, noch mehr!
Vergiss mich jetzt, dafür will ich
gedenken doppelt dein.
Entnervte dich ein Wunsch an mich -
tot wollt' ich lieber sein.
O denk' an Weib und Kind itzt nicht!
Ich liebe keinen Mann,
der an sein Weib denkt, wenn er ficht
und dann nicht siegen kann.
Ich hab' ein Herz, bin Patriot,
bin ich auch nur ein Weib.
Das Herz ist dein - doch will es Gott,
so bleib' im Kampfe - bleib'!
Süß ist des Siegers langer Schlaf
für Fürst und Vaterland.
Den Gott mit dir! Sei brav, sei brav
und habe Herz und Hand.
Hand, die das Schwert mit Ehren führt,
und wird es Friede - dann,
dann komm mit Narb' und Kranz geziert
und sei mir wieder Mann!