Der Bauer

Anonymous

Der Bauer streut den Samen

Wohl auf das frische Feld;

Jed Körnlein hat gezählet

Der Herr der ganzen Welt.

Das Korn liegt in der Erde

Die Arbeit ist gethan;

Ein Vater Unser betet

Drauf still der Bauersmann.

Gott hat es wohl vernommen

Des Bauern stilles Flehn,

Hat auch sein fromm Gemüthe

Vom Himmel wohl gesehn.

Drum legt Er Seinen Segen

Auf jedes Körnchen klein,

Gibt Thau und frischen Regen

Und milden Sonnenschein.

Bald wogen goldne Saaten

Mit Rauschen hin und her,

Und volle Aehren neigen

Sich nieder reich und schwer.

Der Wagen ist geladen,

Die Pferde ziehen an:

"Nun zu, -- in Gottes Namen!"

Spricht froh der Bauersmann.

"Gelobt sei Gottes Treue,

Gelobt sei Gottes Gnad',

Die heuer uns auf's Neue

So reich gesegnet hat!"

So singt er froh im Fahren

Dem Herrn der Herrlichkeit;--

Bet' nur und schaff' das Deine,

So hilft Gott allezeit!