Die Sternennacht

Anonymous

Auf Erden ist es dunkel

Und stille nah und fern;

Am Himmel -- welch Gefunkel!

Da schimmert Stern an Stern!

Viel tausend Kerzen scheinen

Im hellen Himmelssaal,

Die großen und die kleinen--

Sie flimmern allzumal.

Gott schläft und schlummert nimmer,

Weil treu Er uns bewacht,

Drum leuchtet Kerzenschimmer

Hernieder durch die Nacht.

Wenn dunkel es geworden

Im hohen Himmelshaus,

Dann schickt nach allen Orten

Gott seine Engel aus.

Ein jeder trägt in Händen

Ein Sternenlicht voll Pracht,--

Bald sind an allen Enden

Die Lichter angefacht.

O welch ein Lichtgestrahle,

O welch ein heller Schein

Muß doch im Himmelssaale,

Wenn hier es dunkelt, sein!

O könnt ich doch dort oben

Im lichten Glanze gehn,

Um Gottes Thron mit Loben

Sammt allen Engeln stehn!

Einst schau ich all dieß Glänzen,

Wenn mich die Engelein

Auf ihren Händen tragen

Zum Himmelsthor hinein!