Die Wolkenschäflein
Anonymous
Die Wolkenschäflein ziehen
Am Himmel [still einher;
Ach wenn ich doch dort oben
Bei meinen Schäflein wär'!]
Ein Engel thut sie weiden
Im blauen Himmelsfeld
Mit einem goldnen Stabe,
Den er in Händen hält.
Der Engel treibt die Schäflein
Dahin so still und sacht,
Und weiter, immer weiter
Ziehn sie bei Tag und Nacht.
Ach wär' ich doch dort oben,
Könnt' stille mit euch ziehn!
Wie müssen dort so herrlich
Die Himmelsblumen blühn!
Wie müssen dort die Bächlein
So kühl sein und so klar!
Wie muß die liebe Sonne
Dort leuchten wunderbar!
Ach hätt' ich, hätt' ich Flügel
Als wie die Vöglein all, --
Wollt' mich zum Himmel schwingen
Mit frohem Jubelschall.
Ihr Schäflein zieht dort oben, --
Ich muß hier unten sein,
Bis mich hinauf einst tragen
Die lieben Engelein.
Ade! Ade! ihr Schäflein,
Ihr zieht so still einher; --
Ach, wenn ich doch dort oben,
Dort oben bei euch wär'! --