Der Fuhrmann

Anonymous

Was knallt und schallt so lustig

Wie heller Peitschenklang?

Was trabet und was rasselt

Die Straße dort entlang?

Der Fuhrmann kommt gefahren, --

Horch! wie die Peitsche knallt!

Sechs Pferde vor dem Wagen,

Ei! wie das klirrt und schallt!

Sie traben durch das Dörflein, --

Die Schellen rasseln laut,

Die breiten Räder knarren

Am Wagen, hoch gebaut!

Der Fuhrmann auf dem Gaule

Gar munter um sich sieht;

Er schwingt die lange Peitsche

Und singt ein fröhlich Lied.

"In Gottes Namen fahr' ich

Wohl hin und her durch's Land,

Ich lenke meine Pferde,

Und mich lenkt Gottes Hand!

Und Abends wird im Dörflein

Mit Freuden Halt gemacht;

Ich schlafe ohne Sorgen,

Denn Gott im Himmel wacht!" --

Brrr! schnurrt's mit einem Male, --

Die Pferde stehn gebannt; --

Der Wirth eilt an die Thüre

Das Käpplein in der Hand.

Der Fuhrmann springt vom Gaule:

"Grüß Gott! Grüß Gott! Herr Wirth!

"Will heute bei euch schlafen, --

"Nur hurtig ausgeschirrt!" --

""Willkomm! Willkomm! Herr Fuhrmann,

""So tretet nur herein!

""Den Pferden bring' ich Haber,

""Und euch ein Schöpplein Wein!""

"Das soll mir trefflich munden;"

Der Fuhrmann schmunzelnd spricht,

"Bin müd, -- sorgt, daß mein Lager

"Sei hurtig zugericht't." --

Bald ist die Streu bereitet,

Der Fuhrmann streckt sich drauf;

Doch eh' er schließt die Augen

Schaut betend er hinauf:

"Daß Du uns heut behütet,

"O Gott, das dank ich Dir!

"So gib nun Schlaf und Ruhe--

"Den Pferden -- und auch mir!" --