Die Bestimmung des Christen

C. Bach

Mein Glück im kurzen Raum der Zeit,

den hohen Wert der Ewigkeit

empfindet meine Seele.

Mich riefst du, Vater, aus dem Nichts

zum frohen Anschaun deines Lichts;

dies dankt dir meine Seele.

Nicht zu den Freuden dieser Zeit,

zur Wonne jener Ewigkeit,

dir einst zu werden ähnlicher,

erschufst du mich, Allmächtiger.

O Vater! Gott!

für mich gabst du den Sohn in Tod:

Wie groß bin ich durch dich, mein Gott!

Sohn, zum Erlöser mir gesandt!

Ich folge deiner sanften Hand,

die mich zum Himmel leitet.

Für mich hast du vor Gottes Thron

den unaussprechlich großen Lohn

des Himmels zubereitet.

Zwar itzt seh ich mit schwachem Blick

der seligen Verklärung Glück;

und dunkel ist mir jene Welt,

die Gott dem Glauben vorbehält.

O Jesu Christ!

dort soll ich erst mein Heil verstehn

und jauchzend deine Gnade sehn.

Geist Gottes, unsre Zuversicht,

verlass, verlass uns Arme nicht

und stärk uns unsern Glauben!

Durch dich blickt unser Aug zum Lohn,

bereit für uns an Gottes Thron.

O schenk uns diesen Glauben!

Lenk uns von Welt und Eitelkeit

auf jenes Heil der Ewigkeit,

dass wir der Welt entrissen, dir

hier leben, Gott, einst sterben dir!

Geist, unser Gott!

zeig uns im Tod das Heil des Herrn:

Dann folgen wir zum Grabe gern!

Dreieiniger! Wie groß sind wir!

Wie groß, wie selig werden wir!

Lehr uns dies Glück betrachten!

Der Erde Scheingut sättigt nicht,

der Erde Weisheit tröstet nicht,

o lehr uns sie verachten!

Der du uns schufst, dich opfertest

für Sünder und sie heiligtest:

Wir, dein so teures Eigentum,

wir bringen deinem Namen Ruhm.

Dreieiniger!

in Ewigkeit sei unser Gott:

So freun wir uns auf unsern Tod!