Passsionslied

C. Bach

In Todesängsten hängst du da,

o Gottessohn auf Golgatha!

Wer kann dein Leiden fassen?

Laut seufzest du: Mein Gott, mein Gott!

wie hast du mich verlassen!

Die Zunge klebt am dürren Gaum,

du atmest vor Verschmachten kaum.

Doch ach! mit bitterm Spotte

lacht deines letzten heißen Dursts

der Missetäter Rotte.

Du, dessen Wort den Müden Kraft,

Erquickung Dürstenden verschafft,

ach du, du willst verschmachten?

Mich dürstet! rufst du. Niemand will

auf deine Klagen achten.

Dir, der des Weinstocks Früchte schuf,

dir, Mächtiger, auf dessen Ruf

sich Quell und Ström ergießen,

dir kann des heißen Durstes Pein

kein Labetrunk versü.en.

Doch Gott hat dich im Tod erquickt,

dich ewig aller Qual entrückt

und dein Gebet erhöret.

Durch dich wird in des Todes Angst

Erquickung mir gewähret.