Empfindungen in der Sommernacht
C. Bach
Der Mond ist aufgegangen,
die güldnen Sterne prangen
am blauen Himmelszelt.
Gebüsch und Haine schallen
vom Lied der Nachtigallen;
o Gott, wie schön ist deine Welt!
Schön, wenn vom Abendtaue
beperlet Wald und Aue
in deinem Segen stehn;
und wenn in Ungewittern
die Donner sie erschüttern,
ist deine Welt, o Vater, schön.
Aus deiner Allmacht Fülle
strömt in der Nächte Stille
Erquickung auf die Flur,
und durch die kühlen Lüfte
bringt ihre Balsamdüfte
zum Abendopfer die Natur.
Mit ihrem Opfer walle
mein Dank empor! Ich falle
vor dir anbetend hin.
Du schufst in hoher Ferne
den Mond, du schufst die Sterne,
du schufst der Haine Sängerin.