Gottes Größe in der Natur
C. Bach
Weit um mich her ist alles Freude!
Wie schön ist, Schöpfer, deine Welt!
Wie prangt in seinem Feierkleide
Gebürg und Tal und Wald und Feld!
Wie heilig wird mir jede Stätte!
Wohin ich geh, wohin ich trete,
bist du so nahe, Gott, und ich
erblicke dich auf allen Fluren;
in allen deinen Kreaturen
erblick ich, aller Vater, dich.
Das Murmeln in beredten Bäumen
ruft: Fröhlich müsst ihr Gott erhöhn!
Die Zeit in Schwermut zu verträumen,
ist, Menschen, seine Welt zu schön!
Mir sagt, beglänzt vom Morgentaue,
die Flur, der Garten und die Aue:
Wie segnet unser Gott so gern!
Mir sagt das Rauschen seiner Fluten:
Gott ist der Urquell alles Guten!
Der Bach sagt lispelnd: Lobt den Herrn!
Wie beugen sich der Saaten Spitzen!
Wie schwellen sie von Segen an,
dass kaum der Halm die Ähre stützen,
die reiche Last kaum tragen kann!
Hier sammeln emsig schon die Bienen
viel Ernten, um auch uns zu dienen,
von Gottes schönen Blumen ab.
Dort spinnt der Seidenwurm und webet,
eh er verwandelt wieder lebet,
sich seine Hüll und auch sein Grab.
Wie hast du, Gott der Güt und Stärke,
so väterlich an uns gedacht!
Wie viel und groß sind deine Werke!
Wie schön! wie wunderbar gemacht!
Zum vollen fröhlichen Genusse
empfängt von deinem Überflusse
was lebet seine Speis, o Gott!
Gebürge geben, Täler geben,
was allen nötig ist zum Leben —
den Tieren Gras, uns Wein und Brot!
Weit um mich her ist alles Freude!
O freu auch, meine Seele, dich
in Gottes schönem Weltgebäude!
Wie reichlich segnet er auch mich!
Lass dessen Lob umher erschallen,
der dir so wohl tut; allen, allen
so wohl tut, der so freundlich ist.
Stimm ein in der Geschöpfe Chöre:
Dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre,
der du so mild und gnädig bist!