Vertrauen auf Gottes Vorsehung
C. Bach
Was sollt ich ängstlich klagen
und in der Not verzagen?
Der Höchste sorgt für mich.
Er sorgt, dass meiner Seele
kein wahres Wohlsein fehle:
Genug zum Trost, mein Herz, für dich!
Was nützt es, heidnisch sorgen
und jeden neuen Morgen
mit neuem Kummer sehn?
Du, Vater meiner Tage,
weißt, eh ich dir's noch sage,
mein Leiden und mein Wohlergehn.
Auf deine Weisheit schauen
und deiner Gnade trauen,
das, Herr, ist meine Pflicht.
Ich will sie treulich üben
und ohne Falsch dich lieben,
denn du verlässt die Deinen nicht.
Der du die Blumen kleidest
und alle Tiere weidest,
du Schöpfer der Natur,
weißt alles, was mir fehlet.
Drum, Seele, was dich quälet,
befiel dem Herrn und glaube nur!
Ja, Vater, alle Sorgen,
den Gram, der mich verborgen
in meinem Herzen nagt,
werf ich auf dich und freue
mich ewig deiner Treue;
du hältst, was du mir zugesagt.
Wenn meine Augen tränen
und sich nach Hülfe sehnen,
so klag ich dir's, dem Herrn.
Sieh, Vater, ich befehle
dir jeden Wunsch der Seele;
du hörst, du hilfst, du segnest gern.
Du führest hier die Deinen
nicht so, wie sie es meinen,
doch stets nach weisem Rat.
Ist mir die Aussicht trübe,
so leuchtet deine Liebe
mir auf des Lebens dunkelm Pfad.
Wenn ich hier Tiefen sehe
und es nicht ganz verstehe,
was du mit mir getan;
kann ich doch des mich trösten:
Einst nimmst du mich Erlösten
nach kurzer Schmach zu Ehren an.
Dort, bei der Frommen Scharen,
dort werd ich es erfahren,
wie gut du mich geführt.
Nach überstandnen Leiden
bring ich dir dann mit Freuden
den Dank, der ewig dir gebührt.