Menschenliebe Jesu

C. Bach

Dich bet ich an, Herr Jesu Christ,

du Heil der Menschenkinder,

der du so reich an Gnade bist,

so zärtlich gegen Sünder!

Du bist des Blöden Zuversicht:

Nie wendest du dein Angesicht

von des Bedrängten Flehen.

Du siehst mit gnadenvollem Blick

auf ihn in seiner Not zurück

und eilst ihm beizustehen.

Dein Leben in der Sterblichkeit

war für die Menschen Segen.

Dir folgten Lieb und Freundlichkeit

auf allen deinen Wegen.

Wohin du gingst, ging Wohltun mit;

dein Wort, dein Werk und jeden Schritt

begleitete Erbarmen.

Du übernahmst die schwere Pein,

uns vom Verderben zu befrein,

und starbst zum Heil uns Armen.

Auch itzt noch auf der Himmel Thron

bist du der Trost der Sünder.

Auch da bleibst du, o Gottes Sohn,

ein Freund der Menschenkinder.

Du schaffst den Deinen wahre Ruh,

und die Verirrten suchest du,

auf rechten Weg zu leiten.

Du hörst der Seufzenden Gebet

und brauchest deine Majestät,

nur Segen auszubreiten.

O lass in meiner Pilgerschaft

mich auf dein Vorbild sehen.

Erfülle mich mit Lust und Kraft,

dem Nächsten beizustehen;

betrübter Herzen Trost zu sein,

mich mit den Fröhlichen zu freun,

mit Weinenden zu klagen.

Lass mich dem, der sein Herz mir weiht,

ein Herz voll frommer Redlichkeit

und Treue nicht versagen.

Lass mich mit brüderlicher Huld

den Strauchelnden erwecken;

durch Sanftmut, Mitleid und Geduld

des Nächsten Fehler decken.

Mein Antlitz sei nie fürchterlich

und meine Seele neige sich

zu des Bedrängten Flehen!

So wird mich in der bessern Welt,

die nur Beglückte in sich hält,

der Liebe Lohn erhöhen.