An die Leier
F. Kunzen
O du geliebte Leier,
Gespielin meiner Lust,
Ich athme wieder freier
Aus dieser regen Brust.
Der Frühling kehret wieder,
Mit ihm der Waldgesang;
Mit ihm auch meine Lieder;
Und Blumen sind mein Dank.
Um diesen Preis zu ringen,
Wie ist mir das so süß!
Die Blumen zu ersingen,
Mein buntes Paradies!
So singt, verhüllt in Zweigen,
Die Nachtigall ihr Lied:
Sie kann nicht ruhn, nicht schweigen;
Denn seht, ihr Bäumchen blüht.
Du liebe Leier, töne!
Wenn deine Saite bebt,
Ist wieder eine Schöne
Auf meinem Beet belebt.
O, laß uns zwiefach Leben
Mit zauberischer Macht
Dem süßen Veilchen geben,
Das dort im Schatten lacht.