Hochzeitslied, von zween Kindern gesungen
F. Kunzen
Fritz
Sieh, Heinrich, sieh! da sitzt die Braut!
Magst du die Braut wohl leiden?
Heinrich
Ja, wackre schöne süße Braut!
Ich mag dich gerne leiden!
Fritz
Und sieh! Da sitzt der Bräutigam
Der lieben Henriette!
Heinrich
Was ist das, Fritz, ein Bräutigam?
Fritz
Der geht mit ihr zu Bette!
Und blühn die Bäum' im andern Jahr,
(Das ist dir keine Fabel!)
Burr! kommt des Nachts der Adebaar,
Und bringt ein Kind im Schnabel!
Heinrich
Und legt es in die Wiege dann,
Und eine große Tute
Voll Mandeln und Rosinen dran;
Auch eine blanke Ruthe!
Fritz
O fi! mit solchem Schnack wird ja
Die Zeit unnütz verschwendet!
Zum Glückwunsch, Heinrich, hat Mama
Uns beide hergesendet!
Beide
Gott mög' euch beiden, so wie heut,
In eurem ganzen Leben,
Gesundheit, Fried' und Einigkeit,
Und Wein und Braten geben!
In Glück und Unglück frohen Mut,
Und immer volle Fässer!
Denn volle Fässer sind sehr gut;
Zufriedenheit ist besser!
Nehmt so vorlieb. Wir hätten gern
Ein bißchen mehr gesungen;
Allein, ihr Damen und ihr Herrn,
Wir sind noch dumme Jungen.