Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart
M. von Kralik
Komm, ich möchte mit dir plaudern, Liebchen,
von den Tagen, die vergangen sind,
wie wir uns zuerst in diesem Stübchen
küssten - ach, wie kam es so geschwind?
Wie wir küssten, wie wir herzten,
wie wir lachten, wie wir scherzten,
wie wir waren gar so froh;
weißt du, sag', wie kam das so?
Komm, ich möchte mit dir reden, Liebchen,
von der Zeit, die uns noch kommen soll,
wie wir dann allein in unser'm Stübchen
hausen wollen, uns'res Glückes voll.
Wie wir wollen küssen, herzen,
singen, lachen, tanzen, scherzen,
wie wir leben wollen froh!
Sag', gefällt dir's ebenso?
Aber ja, das wollen wir schon machen.
Uns're Freude bleibe aufgespart.
Morgen lass uns nur für morgen lachen;
heute fordert uns die Gegenwart.
Heute ist noch Zeit zu Scherzen;
komm, vergiss nicht, mich zu herzen!
Niemals war ich noch so froh.
Wahrlich, mir gefällt es so.