Ehrlos, wehrlos! -- All der Wälder
A. Braubach
"Ehrlos, wehrlos! -- All der Wälder,
All der Hage, all der Heiden
Ist mir nicht so viel gelassen,
Einen Stab davon zu schneiden.
Ehrlos, wehrlos! -- All der Hufen
Nicht ein armer schmaler Fetzen,
All der Häuser nicht ein Fleckchen,
Einen Dreibein drauf zu setzen.
Straßen hat die Welt, vier Straßen,
Offen seit viel tausend Jahren:
Blas' ich eine Federflocke,
Wo sie fliegt, da kann ich fahren.
Weit, so weit die Wasser rinnen,
Rechtlos, friedlos! Leib und Leben
Sind dem Schächer wie dem Wolfe,
Wie dem Raben preisgegeben.
Und die Seele? -- Ohne Antwort
Muß ich fragen, immer fragen:
Wüßt' ich Raum für sie, das andre,
O, das andre wollt' ich tragen!
Kann sie fliehn zu Walhalls Göttern?
Sind sie denn? -- Zum Gott der Christen?
Ist er denn? -- Der müde Kämpfer
Ringt in Zweifeln und in Zwisten."