Schwank' ich zwischen Gott und Göttern

A. Braubach

"Schwank' ich zwischen Gott und Göttern,

An die Menschheit, die ich haßte,

Glaub' ich nun: ein Gottesodem

Lebt und wirkt im Erdengaste.

War's durch fromme Kraft des Guten,

War's durch dunkle Macht des Bösen,

Daß nach mondelangem Ringen

Ich von schwerer Sucht genesen?

Alte Drude, stammt dein Werben

Aus des Abgrunds Finsternissen?

Dein Beschwören ist dein Suchen,

Und dein Zauber ist dein Wissen.

Deine Blumen, deine Kräuter

Sprießen froh am Licht der Sonnen,

Und mit reinen Händen schöpfst du

Aus des Bergs kristallnem Bronnen;

Und mit reinen Händen boten

Gute Menschen mir den Becher,

Christ dem Heiden, biedre Mönche

Dem geächteten Verbrecher. --

Wunder gibt es, deren Wirken

Nie zu Ende wird geschrieben:

Menschengeist mit seinem Forschen,

Menschenherz mit seinem Lieben."