Im Gebirg ist eine Stelle

A. Braubach

"Im Gebirg ist eine Stelle,

Wo der Sturm, der wildempörte,

Brechend in den hohen Hallen,

Bis zum Grund den Wald zerstörte.

Hingerafft, geknickt, zerschmettert

Liegen dort die mächt'gen Eichen;

Unter Weiderich und Binsen

Modern ihre Riesenleichen;

Aufeinander, durcheinander

Stamm und Äste, wild verworren;

Losgerissen in die Lüfte

Stehn die schwarzen Wurzelknorren.

Die von Frühlingswonne träumten,

Finkenschlag und Blumenschimmer,

Warf im Zorn das Wetterbrausen

Einer Winternacht in Trümmer.

Öd und wüst! -- So wüst und öde

Ward mein Leben. Eine Stunde

Richtete die Blütenbäume

Meiner Hoffnung jäh zugrunde.

Wüst und öde! Um die Toten

Spinnen sich, wie dunkle Ranken

Einen Runenstein umweben,

Meine traurigen Gedanken."