Welch unsel'ge Zeit! Der Fremdling

A. Braubach

"Welch unsel'ge Zeit! Der Fremdling

Herr im Land, gehöhnt die Treue,

Krank das Recht, der alte Glaube

Tot, und rätselhaft der neue.

Wär' ich grau, verschmerzen könnt' ich

Alle Mühsal, die gewesen,

Und im Sterben von des Lebens

Langem Siechtum bald genesen.

Jugend heischt und hofft; verloren

War mein Dringen und mein Werben!

Frommt es nicht, der Welt zu leben,

Tut es not, der Welt zu sterben.

Glücklich, wer von ihr geschieden

Eine Siedelei sich baute

Und vom Gartenfleck am Walde

Neidlos in das Wirrsal schaute;

Oder, wenn der Geist ihn triebe,

In der Klosterzelle säße

Und, ins Ewige versunken,

Zeit und Erdenleid vergäße!"